Zeitschrift für Spiritualität und Transzendentale Psychologie 2012, 2 (1) /
Journal for Spirituality and Transcendental Psychology 2012, 2 (1)



Transsexualität und Transzendenz

 (Transsexuality and Transcendence)

Christina Bergmann

 

Zusammenfassung

Der Weg zur Findung des eigenen Geschlechts ist für den transsexuellen Menschen der Weg der Überschreitung des Biologischen hin zum eigentlich Gemeinten und zur Findung der Einheit, in der sich die Gegensätze zwischen innerem und äußerem Geschlecht aufheben wie in der Erfahrung des Transzendenten, das alle Polarität in sich aufhebt. Wie steht die Erfahrung dieses Weges hin zum eigentlichen Geschlecht in Beziehung zur Erfahrung des Göttlichen, zur mystischen Erfahrung, in der Gott „Ja“ sagt zum Menschen in seinem Gewolltsein als Wesen an der Grenze – welcher auch immer?

Schlüsselwörter: Transsexualität, spirituelle Erfahrung, protestantische Theologie, Mystik

 

Abstract

For transsexuals, the path of discovering one’s own sex means to transcend the biological status and arriving at what is actually meant, finding the unit, in which the contrasts between the inner and outer sex are contained and neutralized, as in the experience of transcendence all polarity is embedded. How is this experience of reaching at one’s proper sex related to the divine, the mystical experience in which God says "yes" to the person being intended as such, as being at the border – whichever it is?

Keywords: Transsexuality, spiritual experience, protestant theology, mysticism

 

1. „Trans“

Als transsexuelle Pfarrerin bin ich eine Grenzgängerin, bin von innen nach außen gegangen und wieder zurück nach innen, jedoch nicht als Rückschritt, sondern als Umkehr, in der das Leben sich ganz neu ausrichtet. Das „Trans“ bezeichnet einen Übergang, Durchgang, Grenzgang, Auf- und Abgang. Das Verbindende zwischen Transsexualität und Transzendenz ist der fließende Übergang sich entgrenzender Wirklichkeit, die durchlässig wird für ein „Mehr“. Dieses „Mehr“ ist ebenso eine Wirklichkeit, die längst schon in das Leben „eingewoben, eingesenkt, hineinverheißen ist“ (Schridde, 9). Es sind aber nicht zwei unabhängige Wirklichkeiten, sondern „es“ ist eine, die das, was war, ist, sein wird und sein könnte, ineinander verwebt.

Die Wirklichkeit weist über sich selbst hinaus – das ist „Transzendenz“. „Der Mensch, der die Begrenztheit seines Lebens ernst nimmt, spürt, dass er von Voraussetzungen lebt, die er nicht selbst geschaffen hat. Dadurch erfährt sich der Mensch als Frage und als Geheimnis, es existiert eine Unruhe der Unabschließbarkeit und somit das Gefühl, aus sich herausgerufen zu sein.“ (Haudel, 467) Die anthropologischen Fragen nach dem woher und wohin führen an einen letzten Grund, an dem wir an eine dem Menschsein gesetzte Grenze stoßen: „Wir stoßen auf einen grundlosen Grund, an dem unser begründendes Denken zu Ende ist. Gerade, wo es um den letzten Grund geht, müssen wir unser begründendes Denken aufgeben und uns auf das absolut Grundlose einlassen“ (Kasper, 188). Nicht, dass der Verstand dem Transzendenten geopfert werden müsste, sondern „transrational“ anerkennend, dass ich mir die Antworten auf die letzten Fragen nicht selber geben kann.

Mein transsexueller Weg ist eine persönliche Glaubenserfahrung, eine Gotteserfahrung, und mein persönliches, freilich nicht zu verallgemeinerndes Glaubensbekenntnis ist, dass das „Transzendente“ für mich „Gott“ ist, die in sich liebende Gemeinschaft von Gott Vater (Abba), Sohn (Jesus Christus) und Heiligem Geist (Wirkkraft der Gnade). Wer sich selber sucht, findet Gott, und wer Gott sucht, findet sich selbst. Der Weg ist das Lassen, sich auf das Grundlose einlassen. Es ist ein wunderschönes Wort mit ganz vielen Nebenklängen, das Lassen.

„Zulassen, einlassen, verlassen, loslassen, durchlassen, nachlassen, belassen, weglassen, niederlassen, erlassen und viele andere. Auch ‚gelassen sein‘ gehört zum Wortfeld, ‚ausgelassen sein‘, sowie ‚durchlässig sein‘. Oder zusammengesetzt: Stehen lassen, offen lassen, liegen lassen, hoch kommen lassen, und schließlich, wie ein Schlusspunkt: ‚Sich verlassen‘, was so viel meinen könnte wie: Ich lasse mich los, lasse mein Ich los, das Kreisen um mich selbst, verlasse mich selbst auf etwas anderes hin, auf jemand anderes hin, ich verlasse mich auf Gott hin. Dorthin verlasse ich mich, verliere mein Leben, um es ganz neu zu gewinnen.“ (Bergmann, 52) Von ihm her empfange ich es neu. Mein Lebenskonzept – eine „conceptio“, eine Empfängnis. Ich begegne Gott in einer „empfangenden Hermeneutik der Offenheit“ (Haudel, 473).

„Im Loslassen geht es um Einswerden mit der Wirklichkeit, mit meiner eigenen Wirklichkeit, mit der ganzen Wirklichkeit, der verborgenen und erscheinenden. Es geht um das Eintauchen in den eigenen Leib und in die Abgründe der Seele, Berühren meines innersten Kerns, meines Selbst. Und nicht daran vorbei, sondern mitten darin in das Eintauchen in Gott. Wenn ich mich loslasse, falle ich hinab in meinen Seelengrund, wie die Mystiker sagen. Dort, im Innersten, gelange ich zur Erfahrung des Ganzseins, des Echtseins, des Einsseins, des Freiseins und der Freiheit von allem Äußerlichen“ (Bergmann, 55).

Es bleibt „Uneindeutigkeit“. Transsexualität ist „irritierende Kontingenz“ (Goertz) und von daher eignet ihr eine Affinität zum Transzendenten, das letztlich unverfügbares Geheimnis bleibt, das ich nicht begreifen und erfassen kann, das mich aber ergreifen und erfassen will. 

Es ist die über sich hinausweisende Wirklichkeit, in der Gott und Mensch sich verweben – in der Erfahrung, in der Sprache, in der Dichtung und in der Mystik.

2. Erfahrung

Evangelische Gottsuche ist keine Selbsterlösung. Es ist zuallererst Gott selbst, der sich erschließt und handelt. Die Erlösung bekommen wir von Gott geschenkt, aus Gnade, umsonst – „gratis“. Der Glaube kommt aus dem „Hören“ auf das Wort Gottes. Dazu ist es gut „ganz Ohr“ zu sein! Denn es geht nicht nur um das Lesen und Hören der Bibel oder einer Predigt, sondern um ein tiefes sich-Einlassen auf dieses Wort Gottes, das in mir und in meinem Leben lebendig werden will. Es will Fleisch werden (Joh 1,14), sich je und je neu inkarnieren. „Das Wort Gottes bewährt sich daran als wahr, dass es neue Erfahrung erschließt, Erfahrung, die sich an anderer Erfahrung bewährt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass der Glaube nicht nur auf eine ihm vorgegebene Erfahrungswirklichkeit bezogen ist, sondern auch seine ihm eigene Erfahrung besitzt. Dies kommt vor allem in dem biblischen Verständnis von Erkennen (jada) zum Ausdruck, das nie allein mit dem Verstand, sondern mit der ganzen Existenz und ihrer Mitte, dem Herzen des Menschen geschieht. Um diese dem Glauben eigene Erfahrung wusste vor allem die Mystik, die sich als cognitio Dei experimentalis versteht.“ (Kasper, 156f.) Das hebräische jada meint das innerste „Erkennen“, liebend näher als nah, was deutlich wird, wenn es heißt: „Und Adam erkennte sein Weib Eva, und sie ward schwanger“ (Gen 4,1). Gotteserkenntnis hat mit Liebe zu tun und die gibt es nur in Erfahrung. Paulus schreibt: „Wenn jemand meint, er habe etwas erkannt, der hat noch nicht erkannt, wie man erkennen soll. Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt“ (1 Kor 8,2f.; vgl. 1 Kor 13,12). Nicht ich erkenne Gott, aber ich bin von ihm erkannt, was ich erfahre, wenn ich ihn liebe. Unsere eigenen Liebesgeschichten gehen ja auch nicht nur über den Kopf, sondern sind sinnlich, körperhaft, bilderreich, traumhaft, berührungsfreudig, eben lebendig mit allen unseren Sinnen, mit denen uns Gott selbst ausgestattet hat.

Erfahrung ist objektiv notwendig, damit der Glaube und auch die Theologie nicht an ihren eigenen Begriffen verhungern, aber sie ist auch nicht subjektive Bedingung für die Wahrheit des Glaubens. Damit bleibt auch der Erfahrung letztlich das „Uneindeutige“.

Walter Kasper beschreibt die dialektische Struktur der Erfahrung (siehe dazu ausführlich Kasper, 154-165). Sprachlich kommt „Erfahrung“ von „fahren, reisen“. Ein weitgereister Mensch sammelt seine Erfahrungen im Miterleben, Miterleiden und Mithandeln und sein Leben und sein Glaube sind erfahrungsgesättigt. Ein anderer Zugang ist „experientia“: Ein Experte sammelt Erfahrungen durch Versuch und Irrtum, Erproben und Bestätigung. Eine objektiv gültige Erfahrung aus je individuellen Biografien kann es nicht geben. Aber eine nur subjektive Erfahrung kann nicht konstitutiv für den Glauben sein! „Erfahrung umgreift beides: objektives Widerfahrnis und subjektive Empfindung. Sie ergibt sich aus dem Zusammenspiel von objektiver Wirklichkeit und subjektivem Umgang mit der Umwelt und Mitwelt. Erfahrung ist in einem das Betroffensein durch die Wirklichkeit und die Interpretation dieses Widerfahrnisses in Worten, Bildern, Symbolen und Begriffen. Erfahrung hat also eine dialektische Struktur, und d.h.: Sie ist geschichtlich“ (ebd., 159).

Geschichtliche Erfahrungen mit Gott haben ihren Niederschlag in der Bibel. Aber statt zu sagen: „Das sagt uns heute nichts mehr“, kann die Erinnerung an diese Erfahrungen ein weiterführender Impuls sein, der uns neue und tiefere Erfahrungen ermöglicht. In Er-innern steckt „innen“, d.h. das Wort nach innen nehmen. Solche Erfahrungen im Inneren können im positiven Wortsinn ent-täuschend sein, weil sie bisherige Täuschungen und Verdrängungen aufheben und die Wahrheit über uns aufleuchten lassen.

Eine solche Erfahrung erzähle ich in meinem Buch „und meine Seele lächelt“. Es ist eine religiöse Erfahrung, die paradox und dialektisch und damit uneindeutig bleibt, und doch tragender Grund für horizonteröffnende Neuausrichtung wird. Walter Kasper: „In der religiösen Erfahrung geht uns in anderer Erfahrung der letzte, alles umfassende und bergende Horizont menschlicher Erfahrung, die Dimension des Geheimnisses auf, aus dem alle Erfahrung kommt und in das alle Erfahrung weist“ (ebd., 162).

Meine religiöse Erfahrung ist die Erfahrung, geliebt zu sein, und das im Herzen anzunehmen und zu glauben und zu bejahen – das ist etwas vollkommen anderes, als das nur zu „wissen“. Das Wort Gottes inkarniert sich im Leben – geht unter die Haut, fährt in die Knochen und senkt sich ins Herz und beginnt, das Leben neu auszurichten, zu verwandeln und zu gestalten. Das Wort ist wirksam.

3. Wort, Sprache und Schweigen

Wesentlich für meine Glaubens-Erfahrung sind die ignatianischen Schweige-Exerzitien im Geistlichen Zentrum Schwanberg gewesen (siehe Bergmann, 83-210). Im Meditieren biblischer Texte, in die das eigene Leben hineingehalten wird, kommt es zum unmittelbaren Gespräch zwischen Schöpfer und Geschöpf. Es ist ein schweigendes Sprachgeschehen, das mit der sinnhaften Vergewisserung, Teil der Schöpfung zu sein, beginnt. Sodann wird das eigene Leben in das Leben Jesu gehalten, drittens wird der Tod Christi meditiert und schließlich betrachtet man das eigene Leben im Kraftfeld des auferstandenen Christus. Auch das Schweigen hat mit Loslassen zu tun. Nur im Loslassen der Gottesbilder, im Loslassen der Wünsche sogar und der Erwartungen, im Loslassen der Bilder, im Loslassen der Stimmen und Geräusche, der inneren wie der äußeren, nur im Loslassen kann ich Gott Gott sein lassen und mich mich selbst. Und so kann Begegnung geschehen. Unabgelenkt und unmittelbar. Erst wenn die Klänge verstummen, kann ich mit mir selbst im „Einklang“ sein. Da erst „stimme“ ich mit Gott überein und er mit mir. Schweigend mit Gott im ununterbrochenen Gespräch. Die Wirksamkeit des Wortes entspringt dem Schweigen.

Im Rückgriff auf N. Luhmann beschreibt Isolde Karle Religion als religiöse Kommunikation,  die das immanent Erlebte auf eine transzendente Größe bezieht (Karle, 25). Religion hält die Unbestimmtheit der Welt aus und macht sie unmittelbar zum Thema. Sie überführt Unbestimmbares in Bestimmbares, indem sie das Abwesende im Anwesenden, das Transzendente im Immanenten symbolisiert (ebd., 28). Sie hält das Bewusstsein für das Nichtwissbare, für das nicht Berechenbare wach. Wer religiös kommuniziert, kommuniziert eben nicht im Horizont eindeutiger Antworten und erzeugt damit eine spezielle Form von Authentizität. Während Ärzte und Therapeutinnen in einem Krankenhaus nach Antworten suchen und konkret handeln müssen, halten Seelsorgerinnen und Seelsorger das Unbestimmbare aus. Das Unbestimmbare, Unerklärliche, ambivalent Bleibende wird nicht als Ende möglicher Kommunikation, sondern als Kommunikationsangebot, das auch im Schweigen bestehen kann, betrachtet (ebd. 28).

Im Schweigen also ist Sprache erfahrbar als Brücke zwischen der Wirklichkeit, die über sich hinausweist in das Jenseitige hinein, wo die Sprache und die Schöpfung ihren Ursprung und ihr Ziel haben. „Die Sprache lebt vom Vorgriff auf einen Gesamtsinn der Wirklichkeit und bringt diese in Metaphern und Gleichnissen zum Ausdruck. So ist die Sprache Erinnerung an eine unabgegoltene Hoffnung der Menschheit und zugleich Antizipation dieser Hoffnung. Noch bevor die Sprache zur expliziten religiösen Sprache wird, impliziert sie je schon eine religiöse Dimension“ (Kasper, 175). Insofern sind sowohl die immanente Wirklichkeit als auch das transzendente darüber hinausweisende „Mehr“ als ein Gleichnis verstehbar, das sich gegenseitig durchdringt. Das Wort „Metapher“ kommt vom griechischem meta-phorein: „Hinüber tragen“! Walter Kasper schreibt: „Die Metapher bringt demnach ein Mehr an Wirklichkeit zur Sprache, bzw. sie bringt die Wirklichkeit so zur Sprache, dass zugleich mehr als die bestehende Wirklichkeit zur Sprache kommt. Das gilt im Besonderen vom Wort Gott. Das Wort Gott bringt die Wirklichkeit so zur Sprache, dass es zugleich an der Welt selbst ‚etwas‘ aufleuchten lässt, was mehr als Welt ist. Die Rede von Gott macht die Welt zum Gleichnis Gottes; das geschieht jedoch so, dass es die Welt als für Gott gleichnisfähig erweist. Das Wort Gott ist also ein Gleichnis, das die Welt als Gleichnis zur Sprache bringt…. Das Wort Gott ist ein Wort, das Freiheitsräume und Zukunft erschließt“ (Kasper, 174).

Friedrich Weinreb (1910 – 1988) hat in allen seinen Büchern versucht, das Geheimnis von Transzendenz und Immanenz, vom Zeiträumlichen und Ewigen, von Jenseits und Diesseits, von Himmel und Erde, aus der Ursprache des Hebräischen her zu verstehen. Für ihn ist das Ewige und der Ewige im Wort. Bis hinein in die einzelnen Buchstaben, die einen bestimmten Zahlenwert haben. Daher kommt das Wort „erzählen“. So heißt „Arche“ im Hebräischen „teba“; teba heißt aber zugleich auch „Wort“. Die Maße der Arche werden in hebräischen Buchstaben beschrieben, die denselben Zahlenwert wie „Sprache“ haben. „Etwas, das Leben aus der einen Welt in eine andere Welt hinübertragen muss, heißt selbst ‚Wort‘ und es werden ihm Maße gegeben, die das Wort ‚Sprache bilden.“ (Weinreb, 446)

Die hebräische Sprache ist eine reine Konsonantensprache. Es gibt keine Vokale. Es gibt 22  Buchstaben. Der erste Buchstabe ist das Alef – und der wird gar nicht gesprochen! Er wird zwar gesehen und gelesen, aber nicht gesprochen. Der erste Buchstabe der Bibel ist nicht Alef, sondern Beth! Damit wird in der Sprache deutlich, dass die Rede von Gott eigentlich unaussprechbar ist, Gott ist und bleibt im Verborgenen, so wie im Judentum auch der Name Gottes nie ausgesprochen wird. 

In den ersten beiden Buchstaben des hebräischen Alphabets, Alef und Beth liegt der „Urtraum des Wortes“ (Baer, 149). Zusammen ergeben sie ab, Vater. Die affektive Form ist abba. Abba ist das Wort, das der Heilige Geist in uns ruft (Gal 4,6) und der Name, mit dem Jesus seinen Vater nennt. Alef und Beth, die unsichtbare Eins und die sichtbare Zwei, artikulieren zusammen das Wort „Vater“, Ur-Grund der Schöpfung. „Die Alef ist unhörbar, hat keinen Laut, ist nur ein Hauch, ein tiefes Schweigen, eine Einsamkeit. Aus diesem ewigen Schweigen wird das Haus Gottes gebildet, die Beth (‚Haus‘). Die Eins will lieben, und sie kann dies nur in der Zwei. Das aber besagt Bruch, Auseinanderfallen, Verlassenheit, Exil, Tod – aber auch Einswerden, Vereinigung, Glückseligkeit. Deshalb abba, von der Eins in die Zwei, von A zu B – aber dann zugleich auch wieder von der Zwei zurück in die Eins, von B zu A, in die Auferstehung, ins Einswerden: abba. Dazu kommt, wie Weinreb hervorhebt, dass die Umkehrung von ab, also ba, auf Hebräisch ‚kommen‘ heißt“ (ebd., 150). Diese Struktur „erzählt“ auch das Gleichnis vom verlorenen Sohn: Der eine Sohn verlässt seinen Ursprung und verliert sich in der Zeit, bis er „umkehrt“ zurück zum Ursprung, wo nicht alles beim Alten bleibt, sondern neu wird, mit einem neuen Gewand.    

Für Weinreb ist die Sprache eine heilige Angelegenheit, denn sie kommt von „drüben“, vom Himmel her, in diese Welt hinein.“Drüben“ ist für Weinreb alles geistig Verborgene, das dem sinnlich Materiellen gegenübersteht. „Hebräer“ (ibri) heißt „von drüben“, „jenseitig“ (vgl. Weinreb, 517f.). Von „drüben“ kommt das Hebräische, die Sprache, so sagt es das Wort. Das Wort als Metapher erlaubt es dem menschlichen Geist, einen Übergang von der sinnlichen zur spirituellen Seite der Sprache zu machen. (vgl. Baer,18).

Jedes Wort lebt in zwei Welten, einer zeiträumlichen und einer ewigen Welt. Auch das „Ich“ gehört in zwei Welten. Man muss die verborgene Seite, die nicht erscheinen kann, auf ahnende Weise miterleben. Dadurch wird man immer tiefer in das Geheimnis hineingezogen, das uns unendlich ergreift, sich aber als Spur immer sachte unserem endgültigen Verständnis entzieht (Vgl.Baer, 41). „Die Sprache bewegt sich … in einer Welt des Werdens, der Zeit, und zugleich in einer Welt des Seins, der Ewigkeit. Worte sind wie Zugvögel. Es zieht sie nach dem Land ihrer Herkunft. Sie sind ‚Schreie aus dem Nichts‘. Sie kommen doch von ‚drüben‘. Sie sind ein Bild, wie Rilke sagt, ‚unserer schwebenden Verwandlung‘“ (25).

Der Weg des Menschen hat dieselbe Doppelheit, die auch der Sprache eigen ist. Es ist die Doppelheit der zwei Ufer (hebr. heißt „Sprache“ „safa“, auch „Ufer“!): „Auf der einen Seite befinden wir uns auf dem Weg und wollen hinübersetzen ans andere Ufer. Aber dann, meint Weinreb, finden wir heraus, dass die Sprache es uns ermöglicht, zugleich schon immer am anderen Ufer zu sein, wo Werden und Sein eins sind. Und das ist dann die große Entspannung. Von diesem Augenblick an befinden wir uns auf dem Weg des Glücklichseins, der Freude“ (Ebd., 57). „Die Bilder der Bibel beziehen sich nicht hauptsächlich auf das damals Geschichtliche. Sie beziehen sich auf dich. Es sind Sinnbilder für jede Zeit. Sie sagen: ‚Das bist du. Das lebt in dir.‘ Sie sind die Schlüsselereignisse in unserem Leben. Sie geben uns Geburt, immer im heute, im Jetzt. Ich lese die Bibel und wie in einem Spiegel entdecke ich, wer ich bin“ (Ebd., 59).

Eugen Baer nennt das biblische Geschehen mit Weinreb als ein Geschehen, das in uns stattfindet. Für alles in der Bibel Gesagte kann man sagen: Das bist du. Tat tvam asi. Oder Horaz: Tua res agitur – es geht um dich. Das alles ist in dir, sagt Weinreb, im Nichtbewussten; es sind deine Geschichten. Wenn du dich der Bibel öffnest, erkennst du dich selbst und wirst gewahr, dass du in ihr enthalten bist.

Gleichzeitig ist die Bibel eine Biographie Gottes. Wenn wir die Bibel lesen, sagen wir einerseits: „das bin ich“, und zugleich von Gott: „das bist du“. Das Wort ist unser und Gottes Dasein in einem. „Es träumt in uns seine Autobiographie als Heterobiographie, das Ich wird zum Anderen, Gottes Leben wird unser Leben und unser Leben wird Gottes Leben. Es ist ein Liebes-Austausch von einem zum anderen und umgekehrt…. Wir haben alles gemeinsam. Im Wort sind wir das Gleichnis Gottes. Die Gleichnisse der Bibel aktualisieren in uns das Gott-gleichen. Weinreb hat oft betont, dass Adam und Eva, unser Menschenwesen, zugleich Frau und Mann, auf Hebräisch ‚ich gleiche‘ (Adam) und ‚Leben‘ (Eva) heißt. Gott ist ewiges Leben in uns.“ (Ebd., 15).

Die Erfahrung der Exerzitien war keine nur willkürlich subjektive Erfahrung, sondern rückgebunden an das Wort Gottes in der Bibel. Ein Zusammenwachsen von hier und dort, innen und außen, ein Heimkommen ins Geheimnis Gottes und zugleich ein Hineinwachsen in jenes Geheimnis, das ich in ihm immer schon bin. Das Geheimnis jedoch bleibt Geheimnis. Es lässt aber in der Wirklichkeit „etwas“ aufleuchten, das mehr als die Wirklichkeit ist. Dieses „etwas“, das „Mehr“ an Wirklichkeit, bleibt uneindeutig und vielleicht verhält es sich mit der Sprache ebenso wie mit dem „verlorenen Sohn“: Sie kommt aus dem Verborgenen und trägt das Verborgene in die Zeit, so, dass die Ahnung in der Wirklichkeit geweckt wird, wie es in Wahrheit ist oder sein könnte – als Sehnsucht nach dem Ursprung. Insofern hält die Sprache die Wirklichkeit für das Verborgene offen, ohne es festlegen zu können; sie entgrenzt sie zu „jener Welt, die unsichtbar sich um uns weitet“ (Bonhoeffer). Nirgends wird das so deutlich, wie in der Dichtung.

4. Dichtung

Eine dem Geheimnis Gottes angemessene Sprache kann also eigentlich nur eine solche sein, die das Geheimnis „aufleuchten“ lässt, ohne es festzulegen. Eine solche Sprache ist die Dichtung – oder, ohne Worte, die Kunst, Bilder, Musik und auch die Natur selbst. Friedrich Weinrebs ursprünglicher Zugang zur Doppelbürgerschaft des Menschen im Reich des Zeiträumlichen und im Reich des inneren Jenseits, der Urformen, war die Dichtung! Er begegnete durch „Zufall“ Maurice Maeterlinck (1862-1849) und fand in dessen Werk, was er immer gesucht hatte: Dass alles Zeitliche mit Ewigkeit durchdrungen war. „Der Dichter hatte dieses Andere. Bei ihm ist der Stein von der Öffnung des Brunnens weggerollt, und der Strom des Wassers kann fließen“ (zit. bei Baer, 47).

Zu ähnlichen Wegen findet die Philosophie der sogenannten „Tiefenphänomenologie“ von José Sánchez de Murillo und Martin Thurner. Thurner spricht mit Goethe vom „offenbaren Geheimnis“ und zitiert den Dichter (Thurner, 14):

„Müsset im Naturbetrachten

Immer eins wie alles achten;

Nichts ist drinnen, nichts ist außen:

Denn was innen, das ist außen.

So ergreifet ohne Säumnis

Heilig öffentlich Geheimnis“.

Das Äußere der Dinge erscheint in der Ausdrucksweise des inneren Wesens des Seins, der Seinstiefe. Sánchez de Murillo unterscheidet die Ober-Fläche als „das Männliche“ und die Tiefe als „das Weibliche (Sánchez de Murillo, 19ff.). Grundphänomene der Ober-Fläche sind Lebensgrundlage, Lebensrahmen und Lebenskraft. Sie ist als Ausweitung wesenhaft nach vorne gerichtet – was bei Weinreb das Sich vom Ursprung in die Zeit Fortentwickelnde ist, das Sein in der Zwei. Grundphänomen der Tiefe ist der „Ungrund“. „Der Anfang ist weder das Sein noch das Werden, weder das Seiende noch das Nichts, sondern dies, dass beide auseinander hervorgehen. Das Erste ist Hervorgang, Aufgang und Rückgang. Diese vorzeitliche Urbewegung drückt das Wort „Un-Grund aus: ein Grund, der keinen Grund hat und darum auch kein Grund ist“ (Ebd., 20). Das Nichts, das im Tod alles Sein als „Vergehen“ in sich zurücknimmt, ist ursprünglich jener Grund, aus dem alles Sein hervorgeht. Die Bewegung ist – wie bei Weinreb – zurück zum Ursprung, aus der Zwei in die Eins: „Der Ab-Grund des Vergehens ist zugleich der (Ur-)Grund des Aufgangs, und nur durch das Vergehen kann sich alles Sein im Ursprung erneuern. – Doch wie geschieht es, dass aus der (Un-)Tiefe des Nichts alles Sein ursprünglich leibhaft in Erscheinung tritt? Die Tiefenphänomenologie entdeckt, dass sich die Grundprinzipien des Seins im Prozess der Entstehung des leiblichen Lebens zeigen: Die Leibwerdung findet ihren Ursprung im Zeugungsgeschehen, welches in der Vereinigung des männlichen und weiblichen Prinzips ereignet, aus der das wesenhaft Menschliche hervorgeht“ (Thurner, 20). Sánchez de Murillo versucht im „Durchbruch der Tiefenphänomenologie“, dem abendländisch-männlichem Denken des Ober-Flächigen die weibliche Fühlungs- und Denkungsart der Seinstiefe vom Ursprung, von der Ursprache her zuzuführen. Seine Habilitationsschrift erschien unter dem Titel: „Der Geist der deutschen Romantik. Der Übergang vom logischen zum dichterischen Denken und der Hervorgang der Tiefenphänomenologie“. Martin Thurner schreibt: „Als philosophischer Gedanke, der sich ins ‚Ungründige‘ zurückbewegt, intendiert die Tiefenphänomenologie kein Begründen, Begreifen, Bestimmen oder Beherrschen des Seins. Ihre Ausdrucksform ist vielmehr das dichterische Besingen der Wirklichkeit. Von daher mündet die Tiefenphänomenologie in die Dichtung ein, kehrt zurück in jene Urform von Sprache, in der das Sein ‚interesselos‘ gegenwärtig ist und damit sich unmittelbar selbst ausspricht. Es ereignet sich eine ursprüngliche Einheit von Natur, Dichten und Denken“ (Thurner, 22).

Das ist mit das Großartigste, was ich je gelesen habe, fließen hier doch Erkenntnis und Erfahrung, Transzendenz und Immanenz, innen und außen, männlich und weiblich, hier und dort, Sein und Werden im grundlosen Grund, an dem unser begründendes Denken aufhört, zusammen, so, dass die Wirklichkeit dichterisch besungen wird in einer Ursprache, die das Geheimnis offen lässt, und die sprachlich aus dem Leben in der Zwei zurückruft zur Eins, zum Verborgenen, zum Heimkommen ins Geheimnis Gottes und zugleich ein Hineinwachsen in jenes Geheimnis, das ich in ihm immer schon bin. Hier liegt für mich als Transsexuelle die transzendente Beheimatung.

Aber – und das ist schade! – Sánchez de Murillo kann diese Uneindeutigkeit und Offenheit zumindest beim Frausein und Mannsein nicht stehen lassen. In der tiefenphänomenologischen Bedeutung der physiologischen Struktur spricht er von Verzerrung und verzerrter Form der gelebten Sexualität (188), von „Selbstzerstörung“, „Perversion“, „Abnormitäten“ und „Entstellung“ (190). So denkt er eigentlich biologistisch-essentialistisch und gerade nicht tiefenphänomenologisch.

Doch bei der Dichtung will ich bleiben! Dieter Koch veröffentlicht im Deutschen Pfarrerblatt 2011 eine Begegnung mit den Duineser Elegien Rainer Maria Rilkes unter dem Titel: „Bleiben ist nirgends – aber weil Hiersein viel ist“. Er beschreibt Rilkes Wendung nach innen, die Bejahung des Lebens und des Todes, die Verwandlung, die Urgebärde des „Sich-fallen-Lassens, das sich sanft gehalten weiß, das Sich-öffnen der Klagegesänge auf Ungesagtes, die Umpolung der menschlichen Existenz auf das Vernehmen, Hören und Empfangen, was noch einmal an die empfangende Hermeneutik der Offenheit erinnert. Im Dazwischen von „Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens“ und dem „Es winkt zur Fühlung fast aus allen Dingen“ liegt das Geheimnis des „Weltinnenraums“: „Durch alle Wesen reicht der eine Raum: Weltinnenraum“ (Rilke, zit. Bei Koch, 583). Gegensätze sind überwunden und „der Gedanke erweitert sich zu einem Äußersten solcher Verschmelzung von Innen und Außen, zum Begriff ‚Weltinnenraum‘, der die Grenze aufhebt zwischen Bewusstseinsinnen und Weltaußen, erinnernd an die Verse Goethes aus dem Zyklus Gott und Welt: ‚Nichts ist drinnen, nichts ist draußen: denn was innen ist, ist außen‘“ (K. Hamburger, zit. bei Koch, 584). Auch hier das Goethe-Zitat! Und: „Dieses Geheimnis des Offenen bricht überall dort auf, wo die Lebensweise des Seins anstelle des Habens tritt, und dies im weitesten Umfang“ (Ebd.).

Rilke: „…und die findigen Tiere merken es schon,

dass wir nicht sehr verlässlich zu Haus sind

in der gedeuteten Welt …

Wirf aus den Armen die Leere

zu den Räumen hinzu, die wir atmen; vielleicht dass die Vögel

die erweiterte Luft fühlen mit innigerm Flug.“ (Rilke, 689)

„…Die Adern voll Dasein.

Nur, wir vergessen so leicht, was der lachende Nachbar

uns nicht bestätigt oder beneidet. Sichtbar

wollen wirs heben, wo doch das sichtbarste Glück uns

erst zu erkennen sich giebt, wenn wir es innen verwandeln.

Nirgends, Geliebte, wird Welt sein als innen. Unser

Leben geht hin mit Verwandlung. Und immer geringer

schwindet das Außen. Wo einmal ein dauerndes Haus war,

schlägt sich erdachtes Gebild vor, quer, zu Erdenklichem

völlig gehörig, als ständ es noch ganz im Gehirne.“ (Ebd., 707)

„Überzähliges Dasein

entspringt mir im Herzen.“ (713)

„Denn des Anschauns, siehe, ist eine Grenze.

Und die geschaute Welt

Will in der Liebe gedeihn.

Werk des Gesichts ist getan,

tue nun Herz-Werk

an den Bildern in dir,…

Siehe, innerer Mann, dein inneres Mädchen,

dieses errungene aus

tausend Naturen, dieses

erst nur errungene, nie

noch geliebte Geschöpf.“ (zit. Bei Koch, 584)

Koch zitiert einen Brief Rilkes von 1925 an seinen polnischen Übersetzer (Koch, 585):

„…in einem rein irdischen, selig irdischen Bewusstsein gilt es, das hier Geschaute und Berührte in den weiteren, den weitesten Umkreis einzuführen. Nicht in ein Jenseits, dessen Schatten die Erde verfinstert, sondern in ein Ganzes, in das Ganze… Unsere Aufgabe ist es, diese vorläufige, hinfällige Erde uns so tief, so leidend und leidenschaftlich einzuprägen, dass ihr Wesen in uns ‚unsichtbar‘ wieder aufersteht. Wir sind Bienen des Unsichtbaren“.

Damit vollendet sich für mich die transzendente Beheimatung, ganz. Die Offenheit bleibt. Wir sind „Bienen des Unsichtbaren“. Damit ist alles gesagt. Auch das Ungesagte.

5. Mystik

Sprache, Wort, Schweigen, Dichtung, offenbares Geheimnis, Uneindeutigkeit, Empfangen, Hören, Vernehmen, Ursprung, Heimat, Erkenntnis, Erfahrung, das „Mehr“ und der „Weltinnenraum“ verdichten sich in der Mystik.

Der Exerzitienweg, den ich gegangen bin, ist eine solche mystische Erfahrung gewesen. Eine Transzendenzerfahrung, religiös, christlich, biblisch, ökumenisch, kirchlich. Er „gipfelte“ in der Liebe zu Christus, die das Herz erfüllte. Es war auf dem Schwanberg, vor der Bronzeskulptur des „Schutzmantelchristus“:

„Dann steigt ein neues Gefühl auf, von ganz weit tief innen. Und die Tränen fließen.

Ich liebe Ihn.

Nicht diese Bronzefigur, sondern Ihn, Christus, meinen Heiland, Freund, meinen Wegbegleiter, meinen Herzensführer, Zu-Herzen-Kehrer, Seeleneinwohner, meinen Lebensbringer, Neuerwecker, meinen Morgenstern, meinen liebenden Geliebten, meinen Bräutigam. Ich liebe Ihn.

Mein Weg erfüllt sich. Ich bin liebe-voll. Tauche ein in diese Liebe, die mich ganz und gar durchströmt und gleichzeitig umhüllt und entgrenzt. Ich weite mich, dehne mich unendlich aus und bin doch ganz in mir, in Ihm. Alle Gegensätze vermitten sich, es ist alles eins. Die Liebe strömt und fließt, sie umarmt die ganze Welt, sie ist unendlich und ich spüre Herzensliebe zu den Vögeln, Bäumen, Schmetterlingen, zur Sonne und den Wolken, dem Blau des Himmels, zu Farben, Düften, zur Weite des Himmels und dem Boden der Erde. Ich bin mit allem Eins. Kein Gegensatz, keine Distanz, kein Denken über, kein „um zu“.

Ich liebe Ihn.“ (Bergmann, 190f.)

Mystik führt in die Liebe. Eine, die nicht bei sich selber verbleibt, sondern sich verströmt, mit allem eins wird und mit allem versöhnt ist. Auch mit Transsexualität. Es ist die „abgrundtiefe“ Ehrlichkeit, sich der Wahrheit des eigenen Lebens zu stellen, der inneren Stimme zu folgen, loszulassen und zu vertrauen, um das Leben, das Gott in uns hineingelegt hat, in seiner Tiefe zu entdecken, anzunehmen und auch zu lieben.

Transsexualität ist der Lebensversuch der Kongruenz von innen und außen, bleibt auch bei „Festlegung“ auf ein Geschlecht letztlich uneindeutig und hält gerade darin die Wirklichkeit offen und durchlässig auf das „Mehr“. Sie ist einer der „Resonanzräume“ (Goertz, 355) des Ewigen in der Wirklichkeit. Darin liegt ihr transzendenter Bezug.

 

Literatur:

Baer, Eugen: Ewiges Leben im Wort. Eine Einführung in Leben und Werk von Friedrich Weinreb. Zürich 2010.

Bergmann, Christina: Und meine Seele lächelt. Transsexualität und Spiritualität. Mein Weg zu einem authentischen Selbst. Schalksmühle 2011.

Goertz, Stephan: Irritierende Kontingenz. Transsexualität als moraltheologische Herausforderung. In: Hilpert, Konrad (Hg.): Zukunftshorizonte katholischer Sexualethik. (Questiones Disputatae 241). Freiburg – Basel – Wien 2011.

Haudel, Matthias: Die Selbsterschließung des dreieinigen Gottes. Grundlage eines ökumenischen Offenbarungs-, Gottes- und Kirchenverständnisses. (Forschungen zur systematischen und ökumenischen Theologie. Band 110.) Göttingen 2006.

Karle, Isolde: Kirche im Reformstress. Gütersloh 2010.

Kasper, Walter: Der Gott Jesu Christi. (Kasper, Walter: Gesammelte Schriften. Band 4. Hg. Augustin, George; Krämer, Klaus.) Freiburg – Basel – Wien 2008.

Koch, Dieter: Bleiben ist nirgends – aber weil Hiersein viel ist. Eine Begegnung mit den Duineser Elegien Rainer Maria Rilkes. In: Deutsches Pfarrerblatt 111 (2011). S. 582-586.

Rilke, Rainer Maria: Die Gedichte. Frankfurt-Leipzig 2006.

Rinser, Christoph; Sánchez de Murillo, José; Thurner, Martin (Hg.): Luise Rinser und / y Ronda. Der dichterische Zauber einer Stadt. (Schriften der Luise Rinser-Stiftung. Hg. Dischner, Gisela; Rinser, Christoph; Thurner, Martin. Band 1.) München 2007.

Sánchez de Murillo, José: Durchbruch der Tiefenphänomenologie. Die neue Vorsokratik. (Ursprünge des Philosophierens. Hg. Sánchez de Murillo, José; Thurner, Martin. Band 2.) Stuttgart – Berlin – Köln 2002.

Schridde, Katharina Klara: Begegnung mit Dir. Ein Exerzitienbuch. München 2009.

Weinreb, Friedrich: Schöpfung im Wort. Die Struktur der Bibel in jüdischer Überlieferung. 2. Aufl. Weiler 2002.

 

Über die Autorin:

Christina Bergmann ist Pfarrerin und Spiritualin. Sie wurde 1962 als Mann geboren. Sie – damals noch er – studierte evangelische Theologie in Bochum und Bonn und arbeitete als Gemeindepfarrer in verschiedenen Kirchengemeinden Westfalens. 2008 stellte sie sich ihrer Transsexualität und ist den Wandlungsweg vom Mann zur Frau gegangen. Die Autorin ist seit 1996 verheiratet und hat zwei Töchter. Sie arbeitet als Pfarrerin in der Superintendantur des Kirchenkreises Arnsberg/Westfalen. 2011 erschien ihr biographisches Werk Und meine Seele lächelt: Transsexualität und Spiritualität. Mein Weg zu einem authentischen Selbst im Pomaska-Brand Verlag, Schalksmühle.